Kleine Kirchengeschichte Herrenalbs

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Sarkophag des badischen Markgrafen Bernhard I. (1364-1431)

Die Kirchengemeinde Bad Herrenalb umfasst die Kernstadt von Bad Herrenalb. Das kirchliche Leben in Bad Herrenalb beginnt mit dem 1149 gegründeten Zisterzienserkloster Alba Dominorum, um das mit der Zeit die heutige Stadt Bad Herrenalb entstand. 1338 gelangte der Klosterschatz an Württemberg, doch öffnete sich das Kloster selbst 1496 der Markgrafschaft Baden zu. Durch einen Vertrag von 1497 wurde ein Kompromiss erzielt: Das Kloster und seine Pflegeämter in Derdingen, Merklingen und Vaihingen blieben bei Württemberg, während die Pflegeämter Malsch und Langensteinbach an Baden gelangten. Im Bauernkrieg wurde das Kloster durch den Pfinztäler Haufen geplündert.

 

Nach seinem Sieg bei Lauffen 1534 führte Herzog Ulrich von Württemberg 1535 die Reformation ein, doch konnte der Abt zwischen 1548 und 1555 nochmals regieren, bis Württemberg dort eine Klosterschule errichtete, die aber bereits 1595 wieder aufgehoben wurde. 1629 wurde Herrenalb rekatholisiert und 1643 das Kloster völlig zerstört. Der katholische Abt kehrte nochmals zurück, musste aber 1648 endgültig das Feld räumen. Danach wurde in Herrenalb ein Klosteramt eingerichtet, das bis 1808 bestand.

 

Die evangelischen Bewohner der verschiedenen Wohnplätze um das Kloster Herrenalb gehörten zunächst zur Pfarrei Loffenau. 1738 wurde in Herrenalb eine eigene Pfarrei errichtet. Ihre Gemeindekirche wurde die im Dreißigjährigen Krieg fast vollständig zerstörte ehemalige Klosterkirche. Nur die Außenwände des Paradieses und der Chor blieben erhalten. Sie wurden in den heutigen Bau des barocken Langhauses mit Westturm von 1739 integriert.

 

1791 wurde die Siedlung um das Kloster Herrenalb zur selbständigen Gemeinde erhoben, die ab 1808 zum Oberamt Neuenbürg gehörte und 1887 zur Stadt erhoben wurde. Mit Wirkung vom 6. Dezember 1993 wurde die Kirchengemeinde Herrenalb in "Kirchengemeinde Bad Herrenalb" umbenannt.

Obwohl die Stadt kirchlich zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg gehört, ist sie Sitz der Evangelischen Akademie Bad Herrenalb der Evangelischen Landeskirche in Baden. Die Landessynode der badischen Landeskirche tagt regelmäßig dort und eröffnet die Sitzungsperiode mit einem Gottesdienst in der Evang. Klosterkirche.