Die Zisterzienser

2006 Tagung der Evang. Zisterziensererben in Deutschland - Rückkehr der Zisterzienser nach Bad Herrenalb?

Sie trugen weiße Kutten mit Kapuzen, zusammengehalten mit einer Schnur – darüber – fast möchte man sagen – eine schwarze Arbeitsschürze, einen Überwurf, das Skapulier. Es fiel wie in breiten Bändern über die Schultern.

Wenn sie schweigend einher schritten, verbargen sie Hände und Arme in den weit geschnittenen Ärmeln ihres Gewandes. Nach diesem nannte man sie die „weißen Mönche“ – gemeint sind die Mönche des wohl einflussreichsten mittelalterlichen Ordens: Die Zisterzienser.

 

Getreu den Regeln des heiligen Benedikt lebten sie nach der Forderung ORA ET LABORA – bete und arbeite. Eine harte Arbeit verrichteten sie in den Schreibstuben, den Scriptorien ihrer Klöster, in denen Europas wichtigstes Kulturgut der Zukunft entstand: Bildung schlechthin – durch die Entstehung von Büchern.

 

Während eine Gruppe von Mönchen damit beschäftigt war, aus Tierhäuten die wertvolle Arbeitsgrundlage, das Pergament, herzustellen, andere Pigmente für Farben rieben, verbrachten noch weitere ihre Zeit mit dem mühevollen Schreibvorgang: wohlgeordnet auf vorgegebenen Linien mit Federkiel und Tinte 6-8 Seiten – das war etwa das Tagespensum für Handgeschriebenes – herzustellen.

 

Bad Herrenalb ist gründungsmäßig mit dem Zisterzienserkloster ALBA DOMINORUM verbunden. In seinem Scriptorium entstand 1481-1483 unter der Leitung des Kantors Jörg Zürn eine reich bebilderte, auf 103 Pergamentseiten handschriftlich in lateinischer Sprache festgehaltene Schrift, das „Herrenalber Gebetbuch“, das zu den bedeutenden mittelalterlichen Buchdokumenten gehört.