
Schüler auf Spurensuche der weißen Mönche in Bad Herrenalb
Wer sind die Zisterzienser? Woher kamen sie? Wie lebten sie? Warum sind sie bekannt für die Herstellung von Büchern? Wie wurden Bücher früher hergestellt? Welche Materialien fanden Verwendung? Wer durfte schreiben?
Diese und andere Fragen werden in einem Projekttag den Besuchern erklärt und praktisch ausprobiert.
Hier können Sie den Flyer als pdf-Datei anschauen.

Rückkehr der Zisterzienser nach Bad Herrenalb?
Sie trugen weiße Kutten mit Kapuzen, zusammengehalten mit einer Schnur – darüber – fast möchte man sagen – eine schwarze Arbeitsschürze, einen Überwurf, das Skapulier. Es fiel wie in breiten Bändern über die Schultern.
Wenn sie schweigend einher schritten, verbargen sie Hände und Arme in den weit geschnittenen Ärmeln ihres Gewandes. Nach diesem nannte man sie die „weißen Mönche“ – gemeint sind die Mönche des wohl einflussreichsten mittelalterlichen Ordens:
Die Zisterzienser.
Getreu den Regeln des
heiligen Benedikt lebten sie nach der Forderung ORA ET LABORA – bete und arbeite. Eine harte Arbeit verrichteten sie in den Schreibstuben, den Scriptorien ihrer Klöster, in denen Europas wichtigstes Kulturgut der Zukunft entstand: Bildung schlechthin – durch die Entstehung von Büchern.
Während eine Gruppe von Mönchen damit beschäftigt war, aus Tierhäuten die wertvolle Arbeitsgrundlage, das Pergament, herzustellen, andere Pigmente für Farben rieben, verbrachten noch weitere ihre Zeit mit dem mühevollen Schreibvorgang: wohlgeordnet auf vorgegebenen Linien mit Federkiel und Tinte 6-8 Seiten – das war etwa das Tagespensum für Handgeschriebenes – herzustellen.
Bad Herrenalb ist gründungsmäßig mit dem
Zisterzienserkloster ALBA DOMINORUM verbunden. In seinem Scriptorium entstand 1481-1483 unter der Leitung des Kantors Jörg Zürn eine reich bebilderte, auf 103 Pergamentseiten handschriftlich in lateinischer Sprache festgehaltene Schrift, das
„Herrenalber Gebetbuch“, das zu den bedeutenden mittelalterlichen Buchdokumenten gehört.

Kevin schrieb mit der Gänsefeder
„Wie schön wird das sein, wenn die kleinen weißen Mönche mit Eltern, Onkeln, Tanten oder Großeltern in unsere Klosterkirche kommen und ihnen berichten, was sie hier alles erfahren und erlebt haben!“Herrenalbs Pfarrerin Brigitte Fried zur Entwicklung eines lebendigen Lehrprogramms.1
Religiöse Heimatkunde – ein lebendiges, neuartiges Lernprojekt, das Begeisterung und Freude bei den Lernenden erweckt, aber das nie zu realisieren gewesen wäre würden im Hintergrund nicht viele Bürger, diesen Gedanken zugetan, Einsatz und Hilfestellung dazu geben:
Frau Ruth Boht, vielen Herrenalbern als stilkundige, bewährte und geschätzte Schneiderin der Kostüme des Sommernachtstheaters bekannt, entwarf, schneiderte und nähte mit Sachverstand die Kutten der kleinen Mönche – nachdem Frau Jutta König an den Türen im oberen Gaistal angeklopft hatte und sich nicht scheute, um Leintücher für die Gewänder zu betteln. Und noch klingt Klopfen und Hämmern aus den Räumen der Hauptschule, wo unter Planung und Anleitung von Herrn Schmidt, Hauptschullehrer im Fach Werken mönchische Schreibpulte entstehen.
Was aber wären Schreibarbeiten in einem Scriptorium ohne …Gänsefedern? Welch Problem! Woher nehmen? Vermag das Federvieh doch nur zur Zeit um Martini seine Federn zu lassen! Die kleinen weißen Mönche danken Herrn Klaus Hechinger für die Beschaffung dieses notwendigen Schreibgerätes.
Last but not least:
An dieser Stelle sei noch einmal auf die großzügige Spende des Lions-Clubs anlässlich des Benefizkonzertes mit dem Ettlinger Jazzchor in der Evangelischen Klosterkirche am 2. Advent verwiesen, überreicht durch den Präsidenten des Lions-Clubs, Herrn Arno Petzold und die Organisatorin des Konzert, Frau Sabine Zoller.