
Bad Herrenalb jetzt Mitglied im Klöster-Netzwerk
Kurstadt liegt jetzt an der „Straße der Zisterzienser“
Birgit Graeff-Rau, Badische Neueste Nachrichten
Bad Herrenalb. Der Antrag lief seit Mitte vergangenen Jahres, nun ist Bad Herrenalb offiziell Mitglied der „Charte européenne des Abbayes et Sites Cisterciens“ – einem Netzwerk der Zisterzienserklöster Europas. Die Plakette mit dem Logo überbrachte Pfarrer Georg Kalckert vom Kloster Heisterbach bei Königswinter, Vorstandsmitglied dieses europäischen Zusammenschlusses. Der Name „Charte“ sei ganz bewusst gewählt, beziehe er sich doch auf die Grundidee der Carta Caritatis, die den zisterziensischen Grundgedanken beinhalte.
„Das zisterziensische Erbe unserer Stadt ist mehr als ein paar alte Steine, sondern es ist ein Ort mit spirituellem Potenzial“, erklärte die Herrenalber Pfarrerin Brigitte Fried. Getreu dem Leitspruch der Zisterzienser „Die Tür ist offen, das Herz noch weit mehr“, wolle man Bürgern und Gästen der Stadt die Erfahrung mit dem Glauben an Gott ermöglichen und diesen Grundgedanken wieder lebendig werden lassen. Dazu gehöre auch der Austausch miteinander. Regelmäßig treffen sich Vertreter aus den europäischen Zisterzienserstätten, im Jahr 2007 war Bad Herrenalb der Tagungsort (wir berichteten).
„Viele europäische Orte haben die gleichen zisterziensischen Wurzeln, die Charte ist ein entscheidendes Element, aus den Erfahrungen der Vergangenheit neue friedliche und zukunftsweisende Lebensmöglichkeiten für die Menschen zu schaffen“, erklärte Pfarrer Kalckert. Die Charte sei konfessionsungebunden.
Die Plakette mit dem Logo, zu sehen auf einer Sandsteinstele vor dem Paradies des Herrenalber Klosters, bekundet die Zugehörigkeit der Stadt zu dem Verbund. Zudem sei sie das Signal für Besucher, dass sie in Herzlichkeit willkommen seien. Ein Untertitel der Plakette weist Bad Herrenalb als einen Ort, der auf der „Straße der Zisterzienser“ liegt aus.
Aktuell in Vorbereitung ist eine Landkarte von Deutschland, die in Anlehnung an die französische Karte, alle ehemaligen Zisterzienserorte besonders ausweist. Weiter könnten sich regionale Gruppen bilden, die auch eigene Aktivitäten entwickeln. „Aktuell läuft in unserer Gemeinde ein
Bildungsprojekt für Grundschüler, das ihnen das Klosterleben näher bringt“, erklärte Pfarrerin Brigitte Fried. Weiter werden derzeit Ehrenamtliche in mehreren Tageskursen zu Klosterführern ausgebildet. „Wenn man gute Ideen liefert, kann die Charte helfen, Partner für die Finanzierung zu suchen“, erklärte Georg Kalckert.
„Wir vermarkten unsere Stadt nicht nur als Kurort sondern verweisen auch auf das historische Erbe“, begrüßte Bürgermeister Norbert Mai die Mitgliedschaft in der Charte. Der finanzielle Aufwand für die Mitgliedschaft hält sich in Grenzen. Der Beitrag richtet sich nach den Besucherzahlen der Klosteranlage und liegt damit zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr.